Kindheit und Jugend in Neapel
Caruso stammt aus einer armen und
kinderreichen Familie. Er war das dritte von sieben Kindern. Der
Mythos von 18 Kindern seiner Eltern ist eindeutig widerlegt. Seine
Mutter, die er über alles liebte, ermöglichte ihm eine
Schulbildung. Schon als Kind sang er im Kirchenchor Knabenalt, wobei
seine herrliche Stimme dem Pfarrer sofort auffiel. Enrico studierte
daraufhin privat Gesang bei lokalen Lehrern, ab sechzehn bei dem
renommierten Lehrer
Guglielmo Vergine.
Dieser war angeblich nicht von
einer großen Karriere Carusos überzeugt, unterrichtete ihn aber
schließlich kostenlos, jedoch mit einem Knebelvertrag, der ihm 25 %
aller Einnahmen in den ersten fünf Jahren einer möglichen Karriere
sicherte. Dagegen ging Caruso später juristisch vor und es kam zu
einem Vergleich. Vergine war es auch, der Caruso wegen des besseren
Klanges zur Änderung seines Vornamens von Errico zu Enrico brachte.
Enrico Caruso Privat
Den endgültigen internationalen Durchbruch erlebte er erst 1903 an der Metropolitan Opera in New York im Rigoletto von Giuseppe Verdi, in dem er den Herzog sang. Sein Privatleben sorgte auch für Aufregung. Er lebte acht Jahre in wilder Ehe mit der Opernsängerin
Ada Giachetti,
mit der er zwei Söhne hatte, Rodolfo und Enrico. Die Kinder sollten nach Hauptpersonen der Oper La Bohème benannt werden, in der sich die Eltern kennen lernten, darum trug Enrico Zeit seines Lebens den
Spitznamen Mimi.
Ada verließ den zu oft untreuen Caruso, der die Klatschspalten mit seinen Affären füllte, und floh mit dessen Chauffeur – was einen Eklat und viele Prozesse nach sich zog und Caruso das Herz brach.
Caruso lebte daraufhin eine Weile mit
Adas Schwester Rina zusammen, ebenfalls Sängerin, bis er zur
Überraschung aller plötzlich die amerikanische Millionärstochter
Dorothy Park Benjamin
heiratete. Mit dieser hatte er im Alter von 45
eine Tochter, Gloria.
Caruso war auf Grund seines Reichtums
auch Ziel für die „Schwarze Hand“, einem frühen Ableger der
sizilianischen Mafia in den Vereinigten Staaten, und entging in Kuba
mit Glück einem Bombenattentat. Carusos Großzügigkeit war
legendär. So beschenkte er beispielsweise in seinen erfolgreichsten
Jahren an der Metropolitan Opera zu Weihnachten fast alle deren
Mitarbeiter. Auch sein Humor war berühmt. Immer wieder nahm er sich
Späße gegenüber seinen Bühnenkollegen heraus, nähte
beispielsweise einen Ärmel eines Mantels zu, den ein Kollege in La
Bohème während der Aufführung anziehen musste, oder füllte Wasser
in einen abgelegten Hut, den jemand in der Aufführung aufzusetzen
hatte. 1920 zog sich Caruso durch eine Erkältung eine
Rippenfellentzündung zu. Obwohl er während einer Vorstellung des
Elisir d'amore
Blut zu husten begann
und starke Schmerzen spürte, wurde sie nicht rechtzeitig entdeckt.
Einen Arzt zu konsultieren weigerte er sich zunächst. Die letzten
Vorstellungen von Die Jüdin von Halévy sang er stehend gestützt
von seiner Partnerin, weil er sonst nicht hätte atmen können. Nach
einem Zusammenbruch an Weihnachten 1920 wurde er operiert und
überlebte nur knapp. Er kehrte daraufhin zu einem Erholungsurlaub
nach Italien zurück, wo er nach einigen schönen und heiteren
Monaten unerwartet einen Rückfall erlitt. Im Hotel Vesuvio in Neapel
verstarb er im Alter von 48 Jahren am 02.08.1921, bevor er sich auf den
Weg nach Rom zu seinen Ärzten machen konnte.
Caruso letzte Ruhestätte
Caruso wurde in der Kirche des Königs,
San Francesco di Paola,
in Neapel aufgebahrt und in einem großen
Trauerzug zum
Cimitero del Pianto
begleitet. Der König selbst
öffnete die Kirche für Caruso, in der nie andere als königliche
Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen stattgefunden hatten. 1929
erreichte Dorothy Caruso, dass der einbalsamierte Leichnam Carusos
nicht mehr öffentlich besichtigt werden konnte. Seitdem ruht der
Körper des Sängers im prunkvollen Mausoleum hinter Marmor.