Meine Video Playliste: Trailer Deutschland Deine Geschichte 1951
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und werden auf den GBG-Seiten der einzelnen Jahre in zeitlichen Abständen auf meiner Website :
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Was war im Jahr Anno 1951
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USA lassen Atommuskeln spielen
Nevada, Freitag, 2. Februar 1951
Forschung und Bau von immer stärkeren und neuen Bomben, die vor allem von den Supermächten USA und UdSSR getestet werden, läuten eine neue Runde im Wettrüsten ein.Atombomben: Auf dem Versuchsgelände der US-amerikanischen Atomenergiekommission ereignet sich bei Sonnenaufgang die vierte Atombombenexplosion innerhalb einer Woche. In dem 160 km südwestlich des Testgeländes gelegenen Las Vegas schrecken die Einwohner durch ein leichtes Erdbeben aus dem Schlaf. Der helle, orangegelbe Blitz ist noch in dem 780 km entfernten San Francisco zu sehen. Über Einzelheiten wird zunächst nichts bekannt. Der Heeresstabschef General Lawton Collins bestätigt allerdings, dass die USA in naher Zukunft über Artilleriemunition und ferngelenkte Geschosse mit atomarer Sprengladung verfügen werden. Damit wäre zum ersten Mal nicht nur die Vernichtung ganzer Landstriche, größerer Städte und Industriezentren möglich, sondern auch der taktische Einsatz gegen feindliche Truppenkontingente »ohne Gefährdung der eigenen Bodentruppen«. Den ersten Atombombentest der Geschichte veranstalteten die USA am 16. Juli 1945, kurz vor dem Abwurf einer Atombombe auf Hiroschima. Nach den ersten erfolgreichen Atombombenversuchen der UdSSR ordnete der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman die Entwicklung der Wasserstoffbombe an.
Wasserstoffbomben: Auf dem Eniwetok-Atoll im Pazifik zünden US-amerikanische Kernphysiker am 1. November 1952 die erste thermonukleare Bombe, die Wasserstoffbombe (H-Bombe). Das 1 km breite und 5 km lange Atoll wird dabei vollkommen zerstört.
Während Atombomben auf dem Prinzip der Kernspaltung beruhen, verschmelzen bei der H-Bombe die Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium zu Helium. Die zur Fusion erforderlichen hohen Temperaturen von mehr als 100 Mio. °C werden durch die vorgeschaltete Zündung einer Atombombe erreicht.
Die großflächige Vernichtung allen Lebens resultiert aus der energiereichen Strahlung sowie den gewaltigen Druck- und Wärmewellen, die bei der Zündung einer Wasserstoffbombe frei werden. So besitzt die auf dem Eniwetok-Atoll gezündete Bombe die Sprengkraft von zehn Megatonnen, was der Energie von 10 Mio. t des Sprengstoffs TNT entspricht – vergleichbar mit etwa 700 Hiroschima-Bomben.
Nuklearrüstung
Um den Vorsprung der USA in der Waffentechnik sicherzustellen, ordnete US-Präsident Harry S. Truman am 31. Januar 1950 die Entwicklung der Wasserstoffbombe an. Der Physiker Albert Einstein warnte vor einer drohenden radioaktiven Verseuchung der Atmosphäre. Auch Julius Robert Oppenheimer, einer der »Väter« der Atombombe, wollte das Vorhaben stoppen. Der US-Physiker Edward Teller entwickelte schließlich die Grundlagen der Wasserstoffbombe und dehnte damit, wie er es selbst ausdrückte, die Herrschaft des Menschen über die Natur aus.
Glanzvolle Traumhochzeit in Persien
Teheran, Montag, 12. Februar 1951
Ein weltweit beachtetes gesellschaftliches Ereignis ist die Märchenhochzeit des Schahs von Persien mit Soraya.
Im prunkvoll geschmückten Elfenbeinsaal des königlichen Marmorpalastes schließen der persische Schah Mohammad Resa Pahlawi und die deutschstämmige Soraya Esfandiary Bakhtiary die Ehe.
Soraya, zu deutsch »Siebengestirn«,
trägt während der Trauung ein Dior-Kleid aus glänzendem Silberlamee. Drei Wochen arbeiteten Mitarbeiter des Modeschöpfers an der Hochzeitsrobe. Eine 10 m lange Schleppe aus weißem Tüll, besetzt mit 900 000 Goldkörnern, 20 000 mattrosa Marabufedern und 6000 Diamanten zieren zudem das prachtvolle Gewand.
Schah Resa hat sich für die Trauung eine Galauniform mit goldenen Schulterklappen fertigen lassen. Die »Traumhochzeit« findet nach muslimischem Ritus statt. Allerdings verspätet sich die Zeremonie um 30 Minuten: Soraya hat Mühe, mit ihrem 50 Pfund schweren Kleid das Schloss zu erreichen. Dass die Ehe einen glücklichen Verlauf nimmt, steht für die Muslime fest: In der Nacht vor der Trauung fällt in der iranischen Hauptstadt Schnee, nach alter Regel ein gutes Omen für Frischvermählte. 21 Salutschüsse künden dem Volk von der vollzogenen Trauungszeremonie. Wenige Stunden später hängen in Fenstern und provisorischen Schaukästen Teherans bereits die ersten offiziellen Hochzeitsfotos.
Aus aller Welt treffen kostbare Geschenke für das Brautpaar ein. US-Präsident Harry S. Truman schickt eine wertvolle Kristallvase, Georg VI. von Großbritannien schenkt dem Kaiserpaar einen kostbaren Silberleuchter, der sowjetische Staatschef Josef W. Stalin wartet mit einem Zobelmantel für die 18-jährige Braut auf. Der deutsche Bundespräsident Theodor Heuss sendet seine herzlichsten Grüße nach Teheran.
Schah Resa Pahlawi wünscht im Anschluss an die Trauung keine Bankette, Festlichkeiten und prunkvollen Bälle. Grund für die Zurückhaltung: Angesichts der kritischen Weltlage soll Geld gespart werden, das Wohlfahrtsorganisationen zugute kommen soll. Soraya, die am 22. Juni 1932 in Isfahan geboren wurde, stammt aus einer der angesehensten persischen Familien. Ihr Vater Fürst Khalil Esfandiari Bachtiari lernte als Student in Berlin seine Frau Eva Karl, eine in Moskau geborene Deutsche kennen.
Neben Soraya, die in Isfahan und Berlin aufwuchs, stammt Sohn Bijm aus dieser Ehe. Die jetzige persische Kaiserin, die fließend Deutsch, Englisch, Französisch und Persisch beherrscht, besuchte in Montreux und Lausanne Pensionate sowie das Internat Saint James in London. Im Oktober 1950 verlobte sie sich mit Resa Pahlawi.
Der Schah, 1919 geboren, kam 1941 auf den persischen Pfauenthron. In erster, kinderlos gebliebener Ehe heiratete er Prinzessin Fawzia, eine Schwester des späteren Königs Faruk I. von Ägypten.
Spionage »boomt« im Wettlauf der Systeme
New York, Donnerstag, 5. April 1951
Im Rahmen des sich verschärfenden Kalten Kriegs werden Spionagefälle zu öffentlichen Politprozessen.Rosenberg:
Wegen Atomspionage für die Sowjetunion verurteilt das Bundesgericht am 5. April das Ehepaar Julius und Ethel Rosenberg zum Tod. David Greenglass, Ethels Bruder und Kronzeuge der Anklage, wird zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Verteidiger Emanuel Block legt Berufung gegen das Urteil ein. Der 33-jährige Julius und die 35-jährige Ethel Rosenberg werden schuldig gesprochen, weil sie Informationen, die David Greenglass u.a. aus dem Atomforschungszentrum Los Alamos beschaffte, an die Sowjetunion weitergeleitet haben. Am 20. Juni 1953 werden die Rosenbergs trotz weltweiter Proteste hingerichtet.
Burgess/MacLean: Zwei hochrangige britische Diplomaten, Guy Burgess und Donald D. MacLean, verschwinden am 25. Mai unter rätselhaften Umständen wie vom Erdboden und bleiben wochenlang unauffindbar. Nach großangelegten Suchaktionen unter Einsatz von 15 000 Agenten in ganz Westeuropa bestätigt sich der Verdacht, dass es sich bei den beiden um hinter den »Eisernen Vorhang« geflüchtete sowjetische Agenten handelt. Burgess, britischer Botschaftsattaché in Washington, und MacLean, Chef der Amerika-Abteilung im britischen Außenministerium, sind intime Kenner der westlichen Diplomatiestrategie sowie aller inneramerikanischen Entwicklungen und spezifisch anglo-amerikanischer Angelegenheiten. Über den Schaden kann nur spekuliert werden.
Fuchs: Das Oberste Kriminalgericht in London verurteilte am 1. März 1950 den Leiter der Abteilung für theoretische Physik im britischen Atomforschungszentrum Harwell, Klaus Fuchs, wegen des Verrats von US-amerikanischen und britischen Atomgeheimnissen an den Osten zu 14 Jahren Gefängnis. Der 1911 in Rüsselsheim geborene Fuchs, der sich 1932 der KPD anschloss, musste 1933 vor den Nationalsozialisten fliehen und ließ sich in Großbritannien nieder. Ab 1942 war er in der Atomforschung tätig.
Der Verrat von Geheimnissen über den Bau der US-Atombombe habe das sowjetische Atombombenprojekt um mindestens 18 Monate beschleunigt, stellen US-Experten für Atomenergie fest. Besonders schwer wiege der Fall des Atomspions Fuchs.
Europa rückt zusammen
Paris, Mittwoch, 18. April 1951
Sechs Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt die europäische Integration mit Unterzeichnung des Vertrags über die Montanunion.
Der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer setzt als erster seinen Namenszug unter den Vertrag über die
Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), kurz Montanunion genannt.
Die EGKS, die zwischen Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und der Bundesrepublik vereinbart wird, ist die erste supranationale Vereinigung, die die kriegswichtigen Industrien unter gemeinsame Kontrolle und Verteilung stellt und sie damit dem nationalen Zugriff weitgehend entzieht. Der Plan geht auf die Initiative des französischen Planungskommissars Jean Monnet zurück, der den französischen Außenminister Robert Schuman von den Prinzipien einer EGKS überzeugt. Am 9. Mai 1950 verkündete der Minister die jetzt »Schuman-Plan« genannte Initiative. Für die Bundesrepublik bedeutet die Beteiligung an der Montanunion neben ökonomischen Aspekten auch die Rückgewinnung staatlicher Handlungsfreiheit.
Bonn-Paris
Die deutsch-französischen Beziehungen sind Kern der Montanunion. Probleme wie die rechtliche Position des Saargebiets sind vor Vertragsunterzeichnung kein Hindernis: In einem Briefwechsel stellt die französische Regierung fest, dass die Montanunion keine Anerkennung des Status' der Saar beinhaltet. Mit der Montanunion begründen beide Nachbarn nach den kriegerischen Auseinandersetzungen von 1870, 1914 und 1939 ein völlig neuartiges Verhältnis. Der allgemeine Prozess der westeuropäischen Integration trägt wesentlich zur deutsch-französischen Verständigung bei. Die Bedeutung einer Annäherung dokumentierte Adenauer mit einem Besuch in Paris eine Woche vor Unterzeichnung des EGKS-Vertrags.
Fernsehen wird farbig
USA, Samstag, 7. Juli 1951
In den USA beginnt die Ära des Farbfernsehens. Die Premiere erfolgt im Rahmen einer CBS-Show.
Die private Rundfunkanstalt Columbia Broadcasting System (CBS) strahlt als erste Sendung eine Show in Farbe aus. Ein regelmäßiges »buntes« Programm folgt.
Das Schwarz-Weiß-Fernsehen ist in den USA bereits stark verbreitet. Etwa 10 Mio. Fernsehteilnehmer sind registriert.
Der Aufbau eines Fernsehnetzes in der Bundesrepublik steckt noch in den Kinderschuhen. Allerdings bereitet die größte deutsche Rundfunkanstalt, der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR), schon seit einiger Zeit Sendungen vor: Am 27. November 1950 startete der NWDR den ersten Fernsehversuchsdienst.
In den folgenden Jahren werden verschiedene Farbfernsehsysteme
(SECAM/Frankreich, PAL/Deutschland, NTSC/USA)
entwickelt bzw. verbessert. Darüber hinaus werden in allen Industrieländern die Möglichkeiten der Übertragung per Satellit erforscht und erprobt.
Baudouin wird belgischer König
Brüssel, Dienstag, 17. Juli 1951
Mit der Thronbesteigung von Baudouin I. wird die sog. Königskrise in Belgien gelöst.Als König Baudouin I. besteigt der älteste Sohn des zurückgetretenen Königs Leopold III. den belgischen Thron. Der junge Monarch schwört sowohl in flämischer als auch in französischer Sprache. Damit zollt der 20-jährige der besonderen Bevölkerungsstruktur seines Landes Tribut: Die belgische Bevölkerung setzt sich zu 44% aus Wallonen, die Französisch sprechen, und zu 55% aus Niederländisch sprechenden Flamen zusammen. In Eupen-Malmedy lebt darüber hinaus eine deutschsprachige Minderheit. (etwa 0,6%). Die Trennung in Sprachgebiete hat gesellschaftliche und politische Bedeutung.
Baudouin, der vor seinem Amtseid zum Generalleutnant der belgischen Armee ernannt wird, führte bereits unter Anleitung seines Vaters elf Monate lang die Regierungsgeschäfte. Leopold III. dankte im Brüsseler Schloss einen Tag vor der Thronbesteigung Baudouins ab. 250 Personen, u.a. Mitglieder des königlichen Hofes, der Regierung und des Parlaments, nahmen an der feierlichen Zeremonie zur Verabschiedung des umstrittenen Königs teil.
Baudouin I. hat laut Verfassung weitreichende Befugnisse, die jedoch im politischen Alltag von Parlament und Regierung eingeschränkt werden. Ist die Regierung allerdings schwach oder wird Krieg geführt, kann der König das Machtvakuum nutzen. Er darf auch Minister ernennen und entlassen, ist jedoch darauf angewiesen, dass der Premierminister seine Weisungen gegenzeichnet.
Königskrise
Mit Unterzeichnung der Abdankungsurkunde durch Leopold III. ist die Königskrise beigelegt, die Belgien an den Rand des Bürgerkriegs führte. Streitursache war das Verhalten Leopolds im Weltkrieg. Während die Regierung ins Exil ging, blieb der König als Kriegsgefangener im Land und unterzeichnete die Kapitulation.
Iran verstaatlicht Ölindustrie
Abadan, Dienstag, 31. Juli 1951
Die britische und die persische Regierung ringen um Einfluss im wirtschaftlich bedeutenden Ölgeschäft.Die Werksleitung der britisch dominierten Anglo-Iranian-Oil-Company legt die Raffinerie Abadan still. Dies geschieht vor dem Hintergrund andauernder Differenzen mit der persischen Regierung über die Nationalisierung der iranischen Erdölindustrie. Durch die Stilllegung und den damit verbundenen Einnahmeausfall für das ohnehin krisengeschüttelte Entwicklungsland hoffen Experten in London, die Perser an den Verhandlungstisch zu zwingen.
Am 3. Mai war mit der Unterschrift des Schahs von Persien,
Mohammad Resa Pahlawi,
das Gesetz zur Verstaatlichung in Kraft getreten. Am 27. September besetzt iranisches Militär das Gelände der umstrittenen Ölraffinerie.
Friedensschluss mit Japan
San Francisco, Samstag, 8. September 1951
Der Friedensvertrag mit Japan sichert den USA wichtige Militärstützpunkte.
Im Opernhaus unterzeichnen 49 Staaten, darunter die USA, Großbritannien und Frankreich, einen Friedensvertrag mit Japan. Die Sowjetunion, Polen und die Tschechoslowakei verweigern die Unterschrift des Abkommens.
Im Anschluss an die Unterzeichnung kommt es zur Vereinbarung eines bilateralen Sicherheitsabkommens zwischen den USA und Japan. In ihm heißt es, dass das entwaffnete Japan über keinerlei Mittel verfüge, das unabdingbare Recht auf Selbstverteidigung auszuüben. Deshalb sei die Stationierung US-amerikanischer Land-, Luft- und Seestreitkräfte auf der Insel notwendig. Japan verpflichtet sich, ohne vorherige Zustimmung seitens der USA keine Stützpunkte an dritte Mächte zu übertragen. Dieser Passus dokumentiert die Furcht der Amerikaner, auch die Russen könnten – wie im geteilten Deutschland – »Sicherungstruppen« aufstellen.
Die angekündigte Stationierung US-amerikanischer Truppen auf Japan fügt sich in die Strategie des angestrebten weltweiten Stützpunktsystems der USA ein.
Bereits am 27. April unterzeichneten die USA und Dänemark einen Vertrag über die gemeinsame Verteidigung Grönlands. Damit erhielten die Amerikaner die Möglichkeit, die Insel – unter Berücksichtigung der dänischen Souveränität – militärisch zu nutzen. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Jahren und ist strategisch in das militärische Konzept der NATO eingegliedert. Darüber hinaus ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den USA und Dänemark angestrebt. Wie ein Ring legen die USA Militärbasen um die UdSSR und China, potentielle Kriegsgegner.
Das Abkommen
Durch den Vertrag, dessen Ausarbeitung wesentlich auf den US-amerikanischen Sonderbotschafter John Foster Dulles zurückgeht, verliert Japan alle Ansprüche auf Korea, Formosa, die Fischerinsel, die Kurilen und Sachalin. Zusätzlich gibt es alle Pazifikinseln auf, die sich früher unter japanischem Mandat befanden. Neben diesen territorialen Beschneidungen verpflichtet sich Japan zu Reparationszahlungen für den Schaden, den es während des Kriegs verursacht hat. Zwar sollen alle Besatzungsmächte spätestens 90 Tage nach Inkrafttreten des Vertrags aus Japan abziehen, doch müssen die Japaner als Ergebnis bilateraler oder multilateraler Abkommen die Stationierung ausländischer Streitkräfte im Land hinnehmen. Die Sowjetunion lehnt die Unterzeichnung des Vertrags mit dem Hinweis ab, dass dieser Friedensvertrag aus Japan einen US-amerikanischen Militärstützpunkt mache. Außerdem sei eine Friedensregelung im Fernen Osten ohne die Volksrepublik China, die zur Konferenz nicht eingeladen wurde, undenkbar.
Briten wählen Kriegspremier
London, Donnerstag, 25. Oktober 1951
Die Briten verhelfen ihrem Ex-Premier (1940-45) Winston Churchill zu einer zweiten Amtszeit.
Die Unterhauswahlen in Großbritannien enden mit einem knappen Sieg der Opposition. Nach dem Rücktritt der linksgerichteten Labour-Regierung unter Clement Richard Attlee am folgenden Tag bildet der Führer der Konservativen, Winston Churchill, am 27. Oktober eine neue Regierung.
Der umstrittene Premier Attlee hatte wegen der jüngsten krisenhaften Entwicklungen in der Außenpolitik sowie angesichts des demonstrativen Rücktritts führender Labour-Politiker im September Neuwahlen angesetzt. Im Wahlkampf, der vor allem sozial- und wirtschaftspolitische Probleme thematisierte, wurde deutlich, dass dem angeschlagenen britischen Wohlfahrtsstaat schwierige Zeiten bevorstehen.
Zwar erreicht die Labour Party mit 48,8% der Stimmen eine prozentuale Mehrheit (bei 48% der Konservativen), im Unterhaus jedoch verfügt Churchills Partei mit 321 Sitzen über die absolute Mehrheit. Die Labour Party erhält 294, die Liberale Partei sechs Sitze.
Einbindung in Ost und West
Montag, 31. Dezember 1951
Die Westintegration der Bundesrepublik gewinnt u.a. mit Beteiligung an der Montanunion immer klarere Konturen.Europarat:
Als 14. vollberechtigtes Mitglied wird die Bundesrepublik nach einstimmigem Beschluss des Ministerausschusses am 2. Mai in den Straßburger Europarat aufgenommen. Die Bundesrepublik war bisher nur assoziiertes Mitglied. Sie war im vollen Umfang zur Beratenden Versammlung zugelassen, konnte aber im Ministerausschuss nur in beratender Funktion auftreten. Der Europarat ist nach der Organisation für die wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas (OEEC) und der Montanunion die dritte internationale Organisation, in der die Bundesrepublik gleichberechtigt vertreten ist.
Grenzschutz:
Das Gesetz über die Errichtung des Bundesgrenzschutzes hat am 15. Februar alle parlamentarischen Hürden genommen. Als Gegenstück zur ostdeutschen Volkspolizei sollen kasernierte und motorisierte Grenzschützer unter einheitlichem Bundesbefehl die Republik vor zersetzender Infiltration aus dem Osten schützen.
Südweststaat:
Bei einer Volksabstimmung in den südwestdeutschen Ländern (Süd-)Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern votiert die Bevölkerung am 9. Dezember mit 69,7% der Stimmen für die Gründung eines Südweststaats.
Verfassungsgericht:
Mit einem Festakt im Karlsruher Schauspielhaus wird am 28. September die Gründung des Bundesverfassungsgerichts gewürdigt. Erster Präsident wird Hermann Höpker-Aschoff.
Erster Fünfjahresplan:
Der auf dem 3. Kongress der SED beschlossene Fünfjahresplan der DDR läuft am 1. Januar an. Mit dem Wirtschaftsprogramm sollen die Folgen der Reparationen an die UdSSR ausgeglichen und Produktionsstätten ersetzt werden, die durch die Teilung Deutschlands verlorengegangen sind.
»Die Sünderin«:
Die Uraufführung des Spielfilms »Die Sünderin« von Willi Forst mit Hildegard Knef und Gustav Fröhlich in den Hauptrollen am 18. Januar führt wegen einer kurzen Nacktszene der Knef in der Bundesrepublik zu einer gesamtgesellschaftlichen Moraldiskussion. Kirchenvertreter fordern zu Demonstrationen gegen den Film auf, der von der Freiwilligen Selbstkontrolle freigegeben wurde.
Bayreuth: Die ersten Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele nach dem Krieg am 29. Juli markieren einen ereignisreichen und vieldiskutierten Neubeginn. Der Inszenierungsstil des Wagner-Enkels Wieland Wagner, der zusammen mit seinem Bruder die Gesamtleitung der Festspiele übernimmt, verrät eine neue einheitliche Konzeption. Wieland Wagner reduziert alles Szenische zugunsten des Musikalischen, stellt das Theater kompromisslos unter das Gesetz der Musik.
Titelgewinn:
Im Mailänder »Palazzo del Ghiaccio« gewinnt das deutsche Eiskunstlaufpaar Ria Baran und Paul Falk am 23. Februar den Weltmeistertitel. 3000 Zuschauer bejubeln die Kür.
Jugendfestspiele:
In Ost-Berlin beginnen am 5. August die Weltfestspiele der Jugend. 26 000 Delegierte aus 104 Ländern nehmen teil.
Mitbestimmung
Nach achtstündiger Debatte verabschiedet der Deutsche Bundestag am 10. April in dritter Lesung mit den Stimmen von CDU, SPD und Zentrum das Gesetz über die »Mitbestimmung der Arbeitnehmer in der eisenschaffenden Industrie und im Kohlebergbau«.
Nach dem Gesetz über die Mitbestimmung in der Kohle- und Stahlindustrie sitzen im elfköpfigen Aufsichtsrat der Unternehmen je fünf Delegierte der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite. Der fünfte Mann beider Seiten darf jedoch kein Mitglied einer Gewerkschaft bzw. einer Arbeitgeberorganisation sein. Die fünf Arbeitnehmervertreter schicken einen Delegierten ihrer Wahl als Arbeitsdirektor in den Betriebsvorstand.
Das elfte Mitglied des Aufsichtsrats ist dessen Vorsitzender – gleichzeitig auch das »Zünglein an der Waage«. Er wird von den übrigen zehn Aufsichtsratsmitgliedern gewählt. Kommt keine Mehrheit für einen Kandidaten zu Stande, muss ein Vermittlungsausschuss aus je zwei Vertretern der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite gebildet werden.
Drei Personen werden vom Vermittlungsausschuss zur Wahl vorgeschlagen. Falls die Vorschläge abgelehnt werden, entscheidet das zuständige Oberlandesgericht über die Zulässigkeit der Einwände, die die Mitglieder des Wahlorgans vorbringen. Falls das Gericht die ablehnenden Gründe bestätigt, muss der Vermittlungsausschuss drei neue Vorschläge für die Vorstandswahl machen.
Die Angst vieler konservativer Politiker, dass die Einigung über die Montanmitbestimmung als Präzedenzfall für andere Industriezweige dienen wird, erweist sich als unbegründet.