Meine Video Playliste: Trailer Deutschland Deine Geschichte 1949
Was war im Jahr Anno 1949
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In meinem Besitz sind alle legendären historischen "Wochenschauen" von 1949 bis in die 1970iger Jahre
und werden auf den GBG-Seiten der einzelnen Jahre in zeitlichen Abständen auf meiner Website :
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auf dieser allgemein zugänglichen Seite "Anno Jahr 1949" - geschichtlich relevante Ereignisse - werden lediglich die Trailer-Videos zu den einzelen Monaten im Jahr 1949 gezeigt.
Wiederaufbau im Ostblock
Moskau, Dienstag, 25. Januar 1949
Die Staaten des Ostblocks vereinbaren gegenseitige Wirtschaftshilfen, um Aufbau und ökonomische Entwicklung zu beschleunigen.
Die Sowjetunion, Bulgarien, Ungarn, Polen, Rumänien und die Tschechoslowakei gründen den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW oder COMECON).
Albanien schließt sich am 22. Februar dem Bündnis an. Jugoslawien war dagegen bereits von den Verhandlungen ausgeschlossen, obwohl der RGW ausdrücklich für andere Staaten, die sich mit seinen Zielen einverstanden erklären, offengehalten wird.
Wie es im Gründungskommuniqué, der einzigen veröffentlichten Vertragsgrundlage des Zusammenschlusses heißt, besteht der Zweck des Rats im Austausch von Rohstoffen, Nahrungsmitteln, Maschinen und Ausrüstungsgegenständen. Darüber hinaus ist geplant, in den Mitgliedsländern, die sich für die Einrichtung bestimmter Produktionsstätten besonders eignen, gemeinsam zu investieren, so dass ein Staat die Versorgung der übrigen Mitglieder mit speziellen Produkten und den Weltmarkthandel für die gesamte Organisation übernehmen kann.
Die Ostblockländer schaffen mit dem RGW ein Gegengewicht zum US-amerikanischen Marshallplan, der ebenfalls den europäischen Wiederaufbau zum Ziel hat, an den sich die jetzigen RGW-Gründer auf Geheiß der Sowjetunion jedoch nicht anschließen dürfen. Die ost- und südosteuropäischen Länder sind aber zur Beseitigung der Kriegsschäden und grundsätzlich geringer Kapitalkraft auf wirtschaftliche Hilfe angewiesen.
Triumph für Arthur Miller
New York, Donnerstag, 10. Februar 1949
Das Stück von Arthur Miller wird von der Kritik als »Schlag ins Gesicht des Kapitalismus« gewertet.
Im Morosco Theater wird Millers Schauspiel »Death of a Salesman« (»Tod eines Handlungsreisenden«) uraufgeführt. Die Hauptfigur des Willy Loman verkörpert Lee J. Cobb, Regie führt Elia Kazan. Das Stück beschreibt die letzten beiden Tage im Leben des Handelsvertreters Willy Loman vor dessen Selbstmord. Er wird Opfer eines erbarmungslosen Existenzkampfes, in dem keine Rücksichtnahme zu erwarten ist und jede Schwäche zum Untergang führt.
Miller greift auf Traditionen des europäischen Theaters zurück, etwa das von Henrik Ibsen vielfach auf die Bühne gebrachte Thema »Lebenslüge«. Er benutzt u.a. Elemente des expressionistischen Theaters, indem er – während Loman sich erinnert – die in den Gedanken auftauchenden Personen auf die Bühne treten lässt. Wie Bertolt Brecht für sein episches Theater verzichtet Miller auf Mittel der Illusionsbühne.
Das Stück »Death of a salesman« wird nach seiner Broadway-Premiere am 7. Oktober 1949 rasch zu einem der ganz großen Bühnenerfolge in den USA und weltweit.
Der Westen formiert sich in der NATO
Washington, Montag, 4. April 1949
Mit Gründung der NATO wollen die westlichen Staaten ihre Verteidigungsfähigkeit erhöhen.Die Außenminister aus zehn westeuropäischen Staaten (Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen und Portugal) sowie den USA und Kanada unterzeichnen den Nordatlantikpakt (NATO), einen militärischen Bündnisvertrag der westlichen Staaten. Der Pakt umfasst neben einer Präambel 14 Artikel, in denen die Teilnehmer sich u.a. zu gegenseitigem militärischem Beistand verpflichten. Jeder bewaffnete Angriff gegen eines der Mitgliedsländer wird als Angriff gegen die Gemeinschaft angesehen. Allerdings kann jedes Mitgliedsland frei darüber entscheiden, in welcher Form es seiner Beistandsverpflichtung nachkommt.
Die Gültigkeit des Vertrags erstreckt sich auf das Gebiet der Mitgliedsländer sowie auf Stützpunkte, Schiffe und Flugplätze im Mittelmeer und im Atlantik nördlich des nördlichen Wendekreises.
Gemäß der Satzung der Vereinten Nationen wollen sich die NATO-Mitglieder vorrangig um eine friedliche Beilegung internationaler Konflikte bemühen. Neben ihrem militärischen Bündnis streben sie außerdem eine stärkere Zusammenarbeit auf anderen Gebieten, vor allem in der Wirtschaft, an.
Der NATO-Vertrag ist als Gegengewicht zur als bedrohlich empfundenen militärischen Präsenz der Sowjetunion und ihrer Verbündeten in Osteuropa gedacht. Voraussetzung für die Gründung der NATO war eine Änderung der US-amerikanischen Außenpolitik, die jahrzehntelang auf Nichteinmischung in Angelegenheiten außerhalb des Landes ausgerichtet war. In Europa hatten Großbritannien, Frankreich, die Niederlande, Belgien und Luxemburg mit dem Brüsseler Pakt einen Vertrag über Selbstverteidigung und Kooperation vereinbart.
Republik Irland proklamiert
Dublin, Montag, 18. April 1949
Nach Gründung der Republik Irland bleibt die Zukunft des nordirischen Landesteils Ulster zwischen Irland und Großbritannien umstritten.
Die Republik Irland (Eire) wird proklamiert, nachdem der Austritt aus dem britischen Commonwealth wirksam geworden ist. Das Land hat damit die letzte der seit über 750 Jahren bestehenden Bindungen an die britische Krone zerrissen.
Der irische Ministerpräsident John A. Costello gibt der Hoffnung Ausdruck, dass durch die Unabhängigkeit Irlands die Beziehungen zu Großbritannien »herzlicher und enger sein werden als jemals zuvor«. Streitpunkt zwischen der jungen Republik und Großbritannien bleibt Ulster, das weiterhin unter Herrschaft der britischen Krone steht. Ihren Anspruch auf das mehrheitlich von aus England und Schottland stammenden Protestanten bewohnte Nordirland bekräftigen die Briten in einem von Irland kritisierten Irlandgesetz vom 3. Mai.
Ruhrgebiet unter Kontrolle
London, Donnerstag, 28. April 1949
Ziel des Ruhrstatuts ist die Kontrolle der für die Waffenproduktion wichtigen Ressourcen im Ruhrgebiet und eine enge Kooperation.
Vertreter Großbritanniens, der USA, Frankreichs, Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs unterzeichnen das Abkommen über die Errichtung einer internationalen Ruhrkontrolle. Das am 28. Dezember 1948 von den sechs Mächten vereinbarte sog. Ruhrstatut tritt damit in Kraft.
Der Vertrag sieht die Einrichtung einer Kontrollbehörde mit Sitz in Nordrhein-Westfalen vor, die die Kohle-, Koks- und Stahlproduktion des Ruhrgebiets auf den innerdeutschen Verbrauch und den Export aufteilen soll. Mitglieder sind die sechs Signatarstaaten. Außerdem sollen auch deutsche Vertreter zugelassen werden.
Die Ruhrbehörde wird mit Errichtung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl 1953 wieder aufgelöst.
FC Turin fliegt in den Tod
Turin, Mittwoch, 4. Mai 1949
Weltweite Trauer löst ein Flugzeugabsturz aus, der das Fußballteam aus Turin in den Tod reißt.Auf dem Rückflug von einer 2:3-Niederlage bei Benfica Lissabon kommt die Mannschaft des FC Turin ums Leben. Das Flugzeug streift im Landeanflug einen Kirchturm und geht beim Absturz in Flammen auf. Unter den 31 Toten sind 18 Fußballspieler, fünf Mannschaftsbegleiter, der Konditionstrainer und der britische Trainer des FC Leslie Lievesley.
Der 1906 gegründete FC Turin wurde 1927, 1928 und 1943 Meister und 1936 und 1943 Pokalsieger. Seit 1946 ging der Titel in ununterbrochener Folge nach Turin.
Bonn: Staatsgründung im Westen
Bonn, Montag, 23. Mai 1949
Die drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands konstituieren sich als Bundesrepublik Deutschland.Grundgesetz: In einer Feierstunde wird das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verkündet. Zuvor haben 68 Abgeordnete des Parlamentarischen Rats einschließlich der Westberliner Vertreter das Grundgesetz unterzeichnet. Der kommunistische Abgeordnete Heinz Renner lehnte die Unterzeichnung mit den Worten ab: »Ich unterschreibe nicht die Spaltung Deutschlands.« Das Grundgesetz, das am 8. Mai vom Parlamentarischen Rat mit 53 gegen zwölf Stimmen verabschiedet wurde, soll »dem staatlichen Leben für eine Übergangszeit eine neue Ordnung geben«. Es geht von dem Fortbestehen eines gesamtdeutschen Staates aus. Das Staatsoberhaupt wird – anders als in der Weimarer Verfassung – mit weitgehend repräsentativen Aufgaben ausgestattet. Chef der Exekutive ist der Bundeskanzler. Neu ist u.a. die Gleichstellung von Mann und Frau auf fast allen Gebieten.
Bundestagswahl: In den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands finden am 14. August die Wahlen zum ersten Deutschen Bundestag statt. Stärkste Fraktion wird die CDU/CSU, die 139 von 402 Abgeordneten in die Volksvertretung entsendet, vor der SPD mit 131 Abgeordneten.
Freies Parlament: Mit der feierlichen Eröffnung der beiden gesetzgebenden Organe Bundestag und Bundesrat am 7. September wird ein weiterer Schritt zur Konstituierung der Bundesrepublik vollzogen. Im großen Plenarsaal des Bonner Bundeshauses eröffnet Alterspräsident Paul Löbe (SPD) die erste Sitzung des Bundestags.
Heuss und Adenauer: Die Bundesversammlung wählt am 12. September den 65-jährigen FDP-Abgeordneten Theodor Heuss zum ersten Präsidenten der Bundesrepublik. Heuss kann sich erst im zweiten Wahlgang gegen den SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher, den Zentrumspolitiker Rudolf Amelungen und den CDU-Politiker Hans Schlange-Schöningen durchsetzen.
Mit 202 der 402 Stimmen – seine eigene Stimme brachte ihm die absolute Mehrheit – wird der CDU-Vorsitzende in der britischen Zone, Konrad Adenauer, am 15. September vom Bundestag zum ersten Kanzler der Bundesrepublik gewählt. Am 20. September stellt er sein Kabinett vor, dem 13 Minister angehören. Vizekanzler ist Franz Blücher (FDP). In der Regierungserklärung bekennt sich Adenauer zu dem wirtschaftspolitischen Prinzip der sozialen Marktwirtschaft, der Aussöhnung mit Frankreich und der Integration des westdeutschen Staats in eine Europa-Union.
Grundgesetz
Das Grundgesetz der Bundesrepublik ist vom Parlamentarischen Rat erarbeitet worden, der seit dem 1. September 1948 in Bonn tagte. Ihm gehörten 65 Abgeordnete an, die von den Parlamenten der elf westdeutschen Länder nominiert worden waren. SPD und CDU/CSU waren mit je 27 Delegierten vertreten, fünf gehörten der Fraktion der liberalen Parteien FDP, LDP und DVP unter dem Vorsitz des späteren Bundespräsidenten Theodor Heuss an, Deutsche Partei, Zentrum und KPD entsandten je zwei Abgeordnete. Hinzu kamen fünf nicht stimmberechtigte Vertreter der Westberliner Stadtverordnetenversammlung. Grundlage der Verhandlungen war ein Entwurf, den ein Ausschuss vom 10.–23. August 1948 in Herrenchiemsee erarbeitet hatte. Hinzu kamen Verfassungsvorschläge einzelner Parteien.
Ost-Berlin: Geburtsstunde der DDR
Ost-Berlin, Montag, 30. Mai 1949
Als Reaktion auf die Konstituierung der Bundesrepublik Deutschland wird auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik gegründet.DDR-Verfassung: Eine Woche nach der Verkündung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland billigt der am 15./16. Mai gewählte dritte Deutsche Volkskongress in Ost-Berlin die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) mit 1999 gegen eine Stimme. Zudem werden die 330 Mitglieder des Volksrats (Nationalparlament) gewählt. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) verfügt hier mit 210 Abgeordneten über die absolute Mehrheit.
DDR-Gründung: Auf ihrer neunten Tagung proklamiert der Deutsche Volksrat am 7. Oktober die Deutsche Demokratische Republik, deren Grundlage die Verfassung vom 30. Mai ist. Der Volksrat beschließt die Schaffung eines provisorischen Parlaments und einer provisorischen Regierung. Das Parlament – die provisorische Volkskammer – wird der Volksrat selbst.
Pieck und Grotewohl: Per Akklamation wählen Volkskammer und Länderkammer der DDR am 11. Oktober in einer gemeinsamen Sitzung im ehemaligen Luftfahrtministerium in Ost-Berlin den 73-jährigen SED-Vorsitzenden Wilhelm Pieck einstimmig zum ersten Präsidenten der Deutschen Demokratischen Republik. Pieck sagt, nur die DDR habe die Legitimation, für das gesamte deutsche Volk zu sprechen. Am 12. Oktober bestätigt die Volkskammer die vom ersten DDR-Ministerpräsidenten Otto Grotewohl (SED) vorgelegte Kabinettsliste.
Moskau dirigiert und lenkt
Mit der Übertragung von Verwaltungsfunktionen auf die DDR-Regierung verzichtet die UdSSR auf einen Teil der Besatzungsrechte, setzt aber mit einer Kontrollkommission ein Gremium ein, mit dem sie die politische Entwicklung in der DDR steuern kann. Die UdSSR hat zudem mit der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), die nicht nur die DDR-Regierung, sondern auch Massenorganisationen kontrolliert und sich an der KPdSU orientiert, ein Instrument der Einflussnahme.
Vision von Allmacht
USA, Montag, 13. Juni 1949
George Orwell
entwirft in seinem Buch »1984« das düstere Bild eines totalitären Weltstaats.
Der Roman »1984« wird als »Buch des Jahres« ausgezeichnet. Die Jahreszahl »84« ist eine Umkehrung von »48«, dem Jahr, in dem Orwell das Buch geschrieben hat.
Der Autor entwirft ein erschreckendes Zukunftsszenario: Die Welt ist in drei Supermächte aufgeteilt, die ihre Scheinauseinandersetzungen dazu nutzen, die eigene Bevölkerung zu unterdrücken. Symbol des totalitären Überwachungsstaats ist der allgegenwärtige »Große Bruder«, durch den der Mensch permanent kontrolliert und diszipliniert wird.
Orwell zeigt in seinem erfolgreichen Werk, das unter dem Eindruck des Nationalsozialismus, des Stalinismus, aber auch der rigorosen Wirtschaftsexpansion in den Industriestaaten entstand, die Unmöglichkeit, als Individuum in einem von Machtinteressen beherrschten Staat zu überleben.
Der britische Schriftsteller, der vorrangig als politischer Publizist arbeite und sich auch politisch betätigt, verbucht bereits 1945 mit seiner satirischen, gegen die Diktatur gerichteten Tierfabel »Animal Farm« (»Farm der Tiere«) einen Erfolg.
»Der dritte Mann«
Cannes, Samstag, 17. September 1949
Einer der größten Erfolge der gesamten Filmgeschichte wird »Der dritte Mann« mit Orson Welles.
Mit dem Grand Prix der Filmfestspiele wird »Der dritte Mann« unter der Regie von Carol Reed ausgezeichnet. Reed dreht den Film an Originalschauplätzen im besetzten und geteilten Wien. Das berühmte Zitherspiel »Harry Lime« von Anton Karas verstärkt perfekt die düstere Bilderwelt, Orson Welles verkörpert das Böse schlechthin überzeugend. »Der dritte Mann« wird weltweit zum Kassenschlager und Klassiker des Genres.
Die Handlung spielt im Wien der Nachkriegszeit, das durch die Besatzungsmächte in vier Zonen geteilt ist. Der US-Schriftsteller Holly Martins (Joseph Cotten) stellt Nachforschungen über seinen angeblich verstorbenen Freund Harry Lime (Orson Welles) an, der nach Ansicht der Polizei in dunkle Geschäfte verwickelt war.
Martins muss feststellen, dass Lime tatsächlich Penizillin verschob. Er täuschte seinen Tod vor, um sich der Polizei zu entziehen. Martins hilft bei der Suche nach Lime, der bei einer Jagd durch die Kanalisation getötet wird. Das Drehbuch zum Film »Der dritte Mann« verfasste Graham Greene.
Kommunisten herrschen in China
Peking, Samstag, 1. Oktober 1949
Der seit Jahren andauernde Bürgerkrieg in China endet mit einem Sieg der Kommunisten. Der Führer der unterlegenen Kuomintang, Chiang Kai-shek, zieht sich mit seinen Anhängern auf die Insel Taiwan zurück.
Mao Tse-tung, Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas, proklamiert auf einer Massenkundgebung vor dem Kaiserpalast die Volksrepublik China und gibt die Bildung einer Zentralen Volksregierung bekannt. Mao selbst wird Vorsitzender des Volksregierungsrats.
Im Verlauf des Jahres 1949 haben die Kommunisten, die von der UdSSR unterstützt wurden, immer größere Teile Chinas erobert, so dass sie nun etwa 30% des Landes besetzt haben und damit über 70% der Bevölkerung und fast die gesamte Wirtschaftskraft des Landes kontrollieren. Die unter Druck geratene Kuomintang hoffte vergeblich auf eine Erhöhung der Hilfsleistungen durch die USA und Großbritannien. Diese Staaten hatten den Kampf um die Herrschaft in China schon zuvor für die Nationalchinesen verloren gegeben und verweigerten über das bisherige Maß hinausgehende Kredite und Waffenlieferungen.
Nach dem Sieg berief die kommunistische Führung am 20. September die sog. Konsultativkonferenz der chinesischen Völker ein, um eine Verfassung zu erarbeiten.
Mao Tse-tung
Als Sohn eines reichen Bauern wurde Mao Tse-tung 1893 in der Provinz Hunan geboren. Er besuchte eine konfuzianische Grundschule und 1912/13 die Mittelschule, wo er mit westlichem Gedankengut in Berührung kam. Mao absolvierte von 1914 bis 1918 ein Studium an einer Lehrerweiterbildungsanstalt und arbeitete als Bibliothekshilfskraft. Er beteiligte sich an den Vorbereitungen zur Gründung der kommunistischen Partei und wurde 1921 Delegierter auf dem Gründungsparteitag der KP Chinas. 1928 wurde er Chef der kommunistischen Partisanen- und Rätebewegung, geriet aber mit der Führung der KP in Konflikt. Auf dem Langen Marsch gewann er an Einfluss. Mit der Wahl zum Vorsitzenden des Zentralkomitees und Politbüros 1945 ist Mao, der 1976 stirbt, der starke Mann Chinas.
Indonesien wird souverän
Amsterdam, Dienstag, 27. Dezember 1949
Nach fast 350-jähriger Kolonialherrschaft erlangt der südostasiatische Inselstaat endgültig die uneingeschränkte Souveränität.
Königin Juliana der Niederlande unterzeichnet die Unabhängigkeitsakte der Vereinigten Staaten von Indonesien. Trotz Aufständen im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte die Kolonialmacht bis zum Zweiten Weltkrieg ihre Herrschaft über Niederländisch-Ostindien halten. Nach der Kapitulation Japans, das Indonesien seit 1942 besetzt gehalten hatte, proklamierten die Führer der Unabhängigkeitsbewegung,
Ahmed Sukarno und Mohammed Hatta,
1945 die unabhängige Republik.
BRD u DDR-Gründung - DDR und Bundesrepublik gegründet
Samstag, 31. Dezember 1949
Die Gründung der Bundesrepublik und der DDR sind die herausragenden Ereignisse des Jahres. Für vier Jahrzehnte bleibt Deutschland geteilt.
Bundesregierung: Wie nach der Wahl zum Bundestag am 14. August allgemein erwartet, bildet Konrad Adenauer (CDU) eine sog. kleine Koalition mit der FDP und der Deutschen Partei (DP). Seinem Kabinett gehören fünf Minister der CDU, je drei der CSU und FDP sowie zwei Vertreter der DP an.
DDR-Regierung: Am 12. Oktober bestätigt die Provisorische Volkskammer der DDR die von Otto Grotewohl (SED) vorgelegte Kabinettsliste und damit zugleich die Ernennung Grotewohls zum Ministerpräsidenten. Die Regierung umfasst drei Stellvertreter des Ministerpräsidenten – Walter Ulbricht (SED), Hermann Kastner (LDPD) und Otto Nuschke (CDU) – sowie 14 Ressortminister.
Grundgesetz: In der Festansprache nach Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai sagt Konrad Adenauer, mit dem Inkrafttreten des Grundgesetzes beginne ein neuer Abschnitt in der Geschichte des deutschen Volkes. Kräfte, die stärker seien als der Wille des deutschen Volkes, hätten es aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt unmöglich gemacht, dass ganz Deutschland zu einem Staat werde. Den ersten Teil der neuen Verfassung bilden die Grundrechte, die präziser formuliert sind als in der Weimarer Reichsverfassung. Der anschließende Abschnitt regelt die Zuständigkeiten von Bund und Ländern im demokratischen und sozialen Bundesstaat Bundesrepublik Deutschland.
DDR-Verfassung: Wie das westdeutsche Grundgesetz garantiert die DDR-Verfassung die Grundrechte der Bürger. Neben individuellen Freiheitsrechten finden auch Bestimmungen für die wirtschaftliche und soziale Ordnung ihren Platz. Der Föderalismus wird weniger gefördert als in der Bundesrepublik. Laut Verfassung haben die Länder nur dann ein Recht auf Gesetzgebung, wenn die Republik vom Legislativrecht keinen Gebrauch macht.
Hauptstadt Bonn: Die Vollversammlung des Parlamentarischen Rats bestimmt in geheimer Wahl am 10. Mai die Stadt Bonn zur vorläufigen Hauptstadt der Bundesrepublik. Bei der Abstimmung sprechen sich 33 Delegierte für Bonn, 29 für Frankfurt am Main aus.
Petersberger Abkommen: Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) und die drei alliierten Hochkommissare unterzeichnen im Hotel auf dem Petersberg bei Königswinter ein Abkommen, durch das der Bundesrepublik mehr außenpolitische Rechte eingeräumt sowie wirtschaftliche Fragen – u.a. die weitgehende Einstellung der Demontagen von Industrieanlagen – geregelt werden. Das Vorgehen des Bundeskanzlers wird vor allem von der Opposition heftig kritisiert. Ohne das Parlament zu informieren, hat er die Verhandlungen mit den Alliierten geführt.
DGB: Mit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde durch die Mitglieder des Gewerkschaftsrates und die 16 Vorsitzenden der Gründergewerkschaften wird am 13. Oktober in München der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) gegründet. 487 Delegierte, die fast 5 Mio. Arbeitnehmer vertreten, haben sich zu dem Kongress eingefunden.
DDR-Hymne: Bei den Feierlichkeiten zum 32. Jahrestag der russischen Revolution in Ost-Berlin erklingt am 7. November erstmals die Nationalhymne der DDR. Der Text »Auferstanden aus Ruinen« stammt von Johannes R. Becher, die Musik von Hanns Eisler.
Wahlen in Deutschland
Die ersten Nachkriegswahlen in Deutschland entscheiden über die Zusammensetzung der Parlamente.
Bundestag: Die Beteiligung bei den Bundestagswahlen am 14. August liegt bei 78,5%. Elf der 19 Parteien schaffen den Einzug. Stärkste Partei wird die CDU/CSU (31%) vor der SPD (29,2%), der FDP/DVP (11,9%), der KPD (5,7%) der Bayernpartei (4,2%) und Deutschen Partei (4%).
Volkskongress: Bei den Wahlen zum Volkskongress der sowjetischen Zone stimmen am 15./16. Mai 66,1% der Wähler für Kandidaten der erstmals aufgestellten Einheitsliste: In dieser Liste sind neben der SED u.a. auch die CDU und die Liberaldemokratische Partei (LPD), vertreten. Auf seiner ersten Sitzung wählt der Volkskongress den Volksrat, in dem die SED die absolute Mehrheit hat. Staatspräsident wird Wilhelm Pieck, Ministerpräsident Otto Grotewohl.