Kuomintang ruft
Staat aus
Taipeh, Mittwoch,
1. März 1950
Die
Nationalchinesen errichten einen eigenen Staat, dessen Ziel es ist,
die Kommunisten vom Festland zu vertreiben.
Der Führer der
chinesischen Nationalpartei (Kuomintang),
Chiang Kai-shek,
ruft auf
der Insel Taiwan die Republik China aus. Die sog. Nationalchinesen
mussten sich 1949 nach fast vierjährigem Bürgerkrieg endgültig den
chinesischen Kommunisten unter Führung von Mao Tse-tung geschlagen
geben. Nach Proklamation der Volksrepublik China am 1. Oktober 1949
flohen die Anhänger der Kuomintang auf die zu China gehörende Insel
Taiwan.
Bei der
Verwirklichung ihres Ziels, wieder die Herrschaft über ganz China zu
erlangen, erhoffen sie sich Hilfe von den westlichen
Industriestaaten, insbesondere von den USA. Washington hat jedoch
deutlich gemacht, dass es nicht an eine militärische Unterstützung
Taiwans denkt und dem Land lediglich Wirtschaftshilfe leisten wolle.
Chiang Kai-shek
führt die Kuomintang seit 1925. 1928 wurde er Präsident der
Republik China.
In den USA beginnt McCarthys Jagd auf Kommunisten
Washington, Mittwoch, 8. März 1950
Im »Kalten Krieg« steigert sich in den USA die Angst vor dem Kommunismus. Politiker, Schauspieler u.a. werden denunziert und kommunistischer Umtriebe angeklagt.
Vor dem auf sein Betreiben hin eingesetzten Senatsunterausschuss zur Untersuchung kommunistischer Umtriebe im US-Außenministerium behauptet der republikanische Senator
Joseph McCarthy,
etwa 80 Mitarbeiter des Ministeriums, darunter Sonderbotschafter Philip Jessup, sympathisierten mit dem Kommunismus.
In den folgenden Wochen beschuldigt McCarthy weitere hochrangige Politiker und Verwaltungsangestellte, darunter auch Außenminister Dean Acheson, der politischen und persönlichen Unzuverlässigkeit. Obwohl sich fast alle Behauptungen des Senators als unwahr erweisen oder nicht erhärten lassen, gehen die Untersuchungen weiter. McCarthy selbst wird 1950 Vorsitzender des Senatsausschusses zur Untersuchung »unamerikanischer Umtriebe«, der sich in erste Linie mit dem Aufspüren von Kommunisten beschäftigt. Von diesem Posten aus gelingt es McCarthy, die Kommunisten-Hysterie in den USA weiter zu schüren.
Am 23. September überstimmt der Kongress ein Veto von US-Präsident Harry S. Truman und nimmt ein Gesetz zur inneren Sicherheit und zur Kontrolle der Kommunisten an. Die Bestimmungen, die u.a. die obligatorische Registrierung aller Funktionäre der Kommunistischen Partei umfassen, sind ein weiterer Höhepunkt der antikommunistischen Kampagne in den USA.
Monaco feiert Rainier III.
Monte Carlo, Montag, 10. April 1950
Das 1,6 km² große Fürstentum an der französischen Riviera feiert seinen neuen Fürsten.
Die sechstägigen Feiern anlässlich der Krönung des Fürsten von Monaco, des 27-jährigen Rainier III. beginnen. Der Fürst, Nachfolger seines Großvaters Ludwig II., der am 10. Juli 1949 im Alter von 79 Jahren verstorben ist, amtiert offiziell bereits seit dem 19. November 1949. Wegen der Trauer um Ludwig II. wurde seinerzeit auf Krönungsfeierlichkeiten verzichtet.
Der noch unverheiratete Rainier ist Herrscher über das Fürstentum, zu dessen Hauptattraktionen das Spielcasino in der Hauptstadt Monte Carlo sowie die Steuerfreiheit seiner rd. 20 000 Bürger zählen. Der Fürst stammt aus der weiblichen Linie der Grimaldis, die seit dem 13. Jahrhundert in Monaco heimisch sind.
Die Woche der Festlichkeiten beginnt mit einer Truppenparade der etwa 100 monegassischen Soldaten sowie Abordnungen der französischen, britischen und US-amerikanischen Marine. Höhepunkt ist der Gottesdienst am 11. April, zu dem Rainier in blauer Uniform erscheint.
Rassentrennung in
Südafrika
Kapstadt,
Dienstag, 13. Juni 1950
Die weiße
Regierung unter Ministerpräsident Daniel François Malan verschärft
die Apartheidspolitik in Südafrika.
Das
Repräsentantenhaus im britischen Dominion Südafrikanische Union
billigt den Group Areas Act, ein Gesetz, das getrennte
Siedlungsgebiete verschiedener Rassen vorsieht. Die Bestimmungen sind
Teil der umfassenden Apartheidspolitik von Malan, der 1948 die
Regierungsverantwortung übernommen hat. Malan, ein ehemaliger
Priester der Niederländisch Reformierten Kirche, löste mit seiner
rechtsgerichteten Nationalpartei die Unionspartei ab, die eine
gemäßigte Rassentrennungspolitik betrieben hatte. Obwohl die
Regierung behauptet, die Apartheid diene nur dazu, Reibungen zwischen
den Bevölkerungsgruppen zu vermeiden und diskriminiere keine dieser
Gruppen, bedeutete sie in der Realität eine zunehmende Entrechtung
und Entmündigung der Farbigen.
Auch die
britische Regierung billigt die Rassentrennungspolitik. Der
Hochkommissar für Südafrika, Orson Geyer, führt dazu u.a. aus, die
Schwarzen könnten keine politischen Rechte erhalten, weil sie nur
eine primitive Zivilisation besäßen. Im Interesse aller müsse die
weiße Herrschaft noch über einen langen Zeitraum bestehen bleiben.
Die weltweit
kritisierte Politik der Rassentrennung wird auch in Zukunft weiter
verschärft. Das aktive und passive Wahlrecht wird den Schwarzen
vollständig entzogen. Jede politische Betätigung ist verboten, die
Gründung von Parteien und Gewerkschaften untersagt. Vom
Wirtschaftsleben sind Schwarze weitgehend ausgeschlossen. Grundbesitz
darf nicht erworben werden. Die Löhne der Weißen liegen im
Durchschnitt 18mal so hoch wie die der Schwarzen. Öffentliche
Einrichtungen werden streng nach Rassen getrennt. Sogar ein Großteil
der Parkbänke darf nur von Weißen benutzt werden. Kontakte zwischen
Weißen und Schwarzen werden nur begrenzt geduldet.
Apartheid
Der Begriff Apartheid stammt aus der Burensprache Afrikaans und bezeichnet die von der südafrikanischen Regierung verfolgte Politik der Rassentrennung, die eine umfangreiche Entrechtung der farbigen Bevölkerung umfasst. Das Ziel der Apartheid ist es, durch die soziale, wirtschaftliche, politische und räumliche Trennung der Rassen die Vorherrschaft der weißen Minderheit zu sichern.
Der Bevölkerungsanteil der Weißen beträgt rd. 19%. Bereits 1911 wurden die ersten rassendiskriminierenden Bestimmungen erlassen. Für eine demokratische Gesellschaft, in der alle Rassen sozial und politisch gleichberechtigt leben, setzt sich der
African National Congress (ANC)
ein, der 1912 gegründet wurde. 1923 wurden erste nach Rassen getrennte Wohngebiete eingeführt. Mit dem Wahlsieg der Nationalpartei 1948 verschärfte die Regierung die Apartheid weiter.
Ausbruch des
Koreakriegs
Seoul, Sonntag,
25. Juni 1950
Mit dem Einmarsch
in Südkorea löst Nordkorea den bisher schwersten bewaffneten
Konflikt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus.
Truppen des
kommunistisch regierten Nordkorea überschreiten den 38. Breitengrad,
die Grenze zum westlich orientierten Südkorea, und dringen auf
breiter Front nach Süden auf die Hauptstadt vor. Der Konflikt droht
sich zeitweise auf die ganze Region auszubreiten, bleibt letztlich
aber doch auf das Gebiet des geteilten Koreas beschränkt.
Unmittelbar nach
der Offensive beschließt der Sicherheitsrat der UNO, der zu diesem
Zeitpunkt von der UdSSR boykottiert wird, die Entsendung von
UN-Truppen zur Unterstützung Südkoreas. Dabei stellen die USA das
mit Abstand größte militärische Kontingent. Mit General Douglas
MacArthur führen sie auch den Oberbefehl.
Zunächst
gelingt es Nordkorea, südkoreanische Streitkräfte und UN-Truppen
bis auf einen Brückenkopf im Süden des Landes zurückzudrängen.
Vom 15. September an beginnen die UN-Truppen eine erfolgreiche
Gegenoffensive, durch die sie bis zum November fast ganz Korea bis
zur chinesischen Grenze unter ihre Kontrolle bringen. Ende November
greifen umfangreiche Kontingente aus der Volksrepublik China in den
Konflikt ein und führen abermals eine Wende im Koreakrieg herbei.
Die UN-Truppen müssen sich wieder bis zum 38. Breitengrad
zurückziehen. Der Krieg endet 1953.
Korea - Geteiltes Land
Das japanische
Kaiserreich hatte sich die Halbinsel Korea 1910 zunächst als
Generalgouvernement, ab 1929 als Provinz einverleibt. Mit der
Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg endete dessen Herrschaft über
Korea. Die Siegermächte garantierten in mehreren Abkommen die
staatliche Unabhängigkeit von Korea, zunächst wurde das Land aber
am 8. August 1945 nördlich des 38. Breitengrads von sowjetischen,
südlich dieser Linie von US-Truppen besetzt. Unter dem Einfluss der
jeweiligen Besatzungsmacht nahmen die Landesteile unterschiedliche
Entwicklungen. Die Durchführung freier Wahlen in ganz Korea, wie sie
1947 von der UNO beschlossen wurden, scheiterten am Widerstand der
UdSSR. 1948 kam es zu Staatengründungen in beiden Landesteilen. In
Seoul wurde die Republik Korea ausgerufen, in der Syngman Rhee das
Amt des Präsidenten übernahm. Kurz darauf wurde die Demokratische
Volksrepublik Korea mit einer kommunistischen Regierung proklamiert.
Die besten Kicker kommen aus Uruguay
Rio de Janeiro, Sonntag, 16. Juli 1950
Zum zweiten Mal nach 1930 erringen die Fußballspieler aus Uruguay den Weltmeistertitel.
Die Fußballnationalelf von Uruguay wird durch ein 2:1 (0:0) über Brasilien im letzten Spiel der Finalrunde vor 203 850 Zuschauern im Maracana-Stadion Fußball-Weltmeister.
Brasilien hätte aufgrund der klaren Siege in der Finalrunde über Schweden (7:1) und Spanien (6:1) schon ein Remis zum Titel gereicht. Uruguay hatte gegen Spanien nur 2:2 gespielt und Schweden mühevoll mit 3:2 besiegt. Der Titelgewinn Brasiliens schien bereits sicher, als Rechtsaußen Friaca in der 47. Minute das 1:0 gelang. Vor Freude über das Tor ließen die Zuschauer Zehntausende von Raketen und Knallfröschen explodieren. Der vorzeitige Siegesjubel brach jäh ab, als der überragende Halbstürmer Juan Alberto Schiaffino kurz darauf den Ausgleich für Uruguay erzielte.
Noch größer wurde das Entsetzen bei den brasilianischen Spielern und ihren Anhängern, als elf Minuten vor Schluss Rechtsaußen Alcide Ghiggia mit einem Schuss aus spitzem Winkel ins kurze Eck Uruguay in Führung brachte. Nach dem Abpfiff des englischen Schiedsrichters George Reader verließen die Brasilianer weinend die herrliche Fußballarena.
Das Stadion leert sich nur langsam. Zehntausende von Besuchern trauern noch stundenlang über den Verlust des schon sicher geglaubten Weltmeistertitels. Der Polizeibericht meldet vier Tote durch Herzschlag oder Selbstmord. Während sich Brasilien in Trauer hüllt, löst der Titelgewinn in Uruguay eine unglaubliche Begeisterungswelle aus.
Ähnlich wie bei der ersten Weltmeisterschaft 1930 in Uruguay wies das Teilnehmerfeld Lücken auf: Es fehlten starke Fußballnationen wie Argentinien, Ungarn und Österreich. Die Bundesrepublik Deutschland ist nicht dabei, weil sie erst im Herbst 1950 wieder Mitglied im internationalen Fußballverband FIFA ist. Einige Länder scheuten die Reise nach Südamerika, andere zogen ihre Nennungen zurück, als Austragungsmodus und Gruppenzusammensetzung bekannt wurden. Anders als bei den ersten drei Weltmeisterschaften, die im K.o.-System ausgetragen wurden, teilten die Offiziellen die Teilnehmer in vier Gruppen ein, deren Sieger in einer Punkterunde jeder gegen jeden den Weltmeister ausspielen.
Aufgrund der zahlreichen Absagen kam in Brasilien nur ein 13er Feld zusammen. Während in Gruppe 1 die Schweiz und Jugoslawien an Brasilien scheiterten und Italien in Gruppe 3 gegen Schweden ausschied, unterlagen in Gruppe 2 die erstmals für eine Weltmeisterschaft qualifizierten Engländer jeweils 0:1 den USA und Spanien. Uruguay besiegte in Gruppe 4 den einzigen Gegner Bolivien mit 8:0.
17.08.1950 Gustav
Kräussl,
als 4ter Sohn der
Eheleute Margarete und Gustav Kräussl
sen.
In Leer/ostfriesland geboren.
Besuch der
Ludgeri Schule, wechsel auf die Realschule (Friesenschule), 1967
Abgang mit Mittlere Reife, 1967 Beginn meiner 3-jährigen Lehre zum
Reiseverkehrskaufmann, vorzeitiger Abschluß der Lehre nach 2 Jahren,
1971 Wechsel zu Hapag Lloyd Emden, dort Firmendienstleiter, speziell für die Zu- und Abbringung der Seeleute weltweit, neben bei
Managerabschluss bei Hapag Lloyd ,1973 zurück nach Leer als jüngster
Büroleiter eines deutschen vollizensierten Reisebüros, also mit DB
und IATA, 1977 Wechsel nach Rheine zu Reisebüro Egon Nasch als
Büroleiter, Übernahme des Büros mit einem Umsatz bei 3 MIO DM,
Reisebüro Nasch wurde unter meiner Führung in Rheine das erste
vollizensierte Reisebüro – mit DB und IATA - , 1977 Auszeichnung
in New Orleans/USA bei Teilnahme an der DER-Reiseakademie, 500
Teilnehmer, Jeder-gegen Jeden, als einziger erreichte ich 493 Punkte
von Maximal 500 Punkten, 1980 verlassen dieses Reisebüros bei einem
Umsatz von jetzt mittlerweile 9 MIO DM, Handlungsbevollmächtigter
beim Reisebüro KIOS West in Moers, 9 Reisebüros mit über 60
Mitarbeitern, Selbständigkeit ab 02.Nov. 1982 mit eigenem lokalen
Reisebüro in Goch/Niederrhein, entwickelte dieses binnen 7 Jahren
zum jemals einzigen Vollizensierten Reisebüro in Goch – inkl DB
und IATA, Eintritt in das Rentenalter 2016 und Aufgabe des lokalen
Reisebüros, während der Zeit 1989 bis 2016 langjähriges Mitglied
im Prüfungsausschuss der IHK Duisburg, sowie Fachkundelehrer an den
Berufsbildenden Schulen in Düsseldorf.
China besetzt
Tibet
Lhasa, Dienstag,
24. Oktober 1950
Peking wertet die
Eroberung des Nachbarlandes, das sich 1911 von der chinesischen
Herrschaft löste, als rechtmäßige »Befreiung«.
Truppen der
chinesischen Volksarmee erhalten den Befehl, in Tibet
einzumarschieren, um die 3 Mio. Tibeter von der »imperialistischen
Unterdrückung zu befreien und die Westgrenzen sicherzustellen«.
Den Besetzern
stellt sich kein nennenswerter Widerstand entgegen, so dass sie bald
weite Teile Tibets einschließlich der Hauptstadt Lhasa
kontrollieren. Am 23. Mai 1951 wird ein Vertrag unterzeichnet, der
die »Rückkehr« Tibets nach China unter Wahrung von
Autonomierechten besiegelt.
Das unwegsame,
im Himalaja gelegene Tibet, ist in seiner über 1300-jährigen
Geschichte mehrfach von Chinesen, Mongolen und anderen Völkern
Südostasiens beherrscht worden. Erst 1911 gelang es den um
Unabhängigkeit bemühten Tibetern, die fremden Herrscher aus ihrem
Land zu vertreiben. Religiöser und politischer Führer Tibets ist
der 14. Dalai Lama.
Papst verkündet
Dogma
Vatikan,
Mittwoch, 1. November 1950
Die Verkündung
des Dogmas ist in ein prachtvolles und feierliches Zeremoniell
eingebettet.
Von seinem vor
dem Haupttor der Peterskirche aufgestellten Thron aus verkündet
Papst Pius XII. das Dogma von der leiblichen Himmelfahrt Marias.
Die Verkündung
des Dogmas ist der erste Höhepunkt des Heiligen Jahres. Das Dogma
ist der erste neue Glaubenssatz der katholischen Kirche seit der
Verkündung der Unfehlbarkeit des Papstes 1870. Sein Kernsatz lautet,
»dass die Tatsache, dass die Mutter Gottes, die unbefleckte Jungfrau
Maria, bei Abschluss ihres irdischen Lebenslaufs mit Seele und Körper
zur himmlischen Glorie erhoben wurde, ein von Gott offenbartes Dogma
ist«.
Zum Abschluss
der Zeremonie hält Pius XII. im Petersdom eine Messe, an der 39
Kardinäle, 600 Bischöfe und weitere hohe kirchliche Würdenträger
teilnehmen.
BRD und DDR entfernen sich
Sonntag, 31. Dezember 1950
In Deutschland setzt sich die Spaltung fort. BRD und DDR werden in verschiedene Blöcke integriert.
BRD auf Westkurs:
Die NATO spricht sich am 19. Dezember für einen bundesdeutschen Militärbeitrag aus. Der französische Außenminister Robert Schuman betrachtet die Bundesrepublik als Bestandteil seines Plans über die Bildung einer Montanunion in Westeuropa. Am 7. August wird Bonn Mitglied im Europarat. Das Verhältnis zur DDR verschärft sich. Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU), der die Westintegration forciert, zeigt keine Bereitschaft, mit dem »Marionettenregime in Pankow« Gespräche zu führen.
DDR auf Ostkurs:
Am 29. September wird die DDR Mitglied im östlichen Wirtschaftsbündnis COMECON. Zudem bemüht sie sich um gute Beziehungen zu ihren östlichen Nachbarn, etwa durch die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als deutsch-polnische Grenze am 6. Juli (Görlitzer Abkommen). Die Bundesrepublik gilt in der DDR, wo Walter Ulbricht die SED-Führung übernimmt und damit auch offiziell der mächtigste Mann ist, als »Kolonie der US-Imperialisten«.
Flüchtlinge:
Der Bundestag verabschiedet gegen die Stimmen von SPD und KPD am 27. März ein Gesetz, nach dem Flüchtlinge aus der DDR nur noch eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten, wenn sie wegen einer drohenden Gefahr für Leib und Leben, für die persönliche Freiheit oder aus sonstigen zwingenden Gründen ihren Wohnort verlassen mussten.
NWDR sendet:
Der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) beginnt am 11. Juni in Hamburg mit Probesendungen für einen Fernsehbetrieb. Es wird damit gerechnet, dass bis zur Ausstrahlung eines regulären Programms noch eine etwa zweijährige Testphase notwendig ist.
rororo:
Als erster deutscher Verlag bringt Rowohlt in Hamburg am 17. Juni Taschenbücher heraus, die nach dem Vorbild US-amerikanischer und britischer Pocket books hergestellten rororo-Taschenbücher. Die ersten vier Titel mit einer Startauflage von jeweils 50 000 Exemplaren sind »Schloss Gripsholm« von Kurt Tucholsky, »Das Dschungelbuch« von Rudyard Kipling, »Am Abgrund des Lebens« von Graham Greene sowie Hans Falladas »Kleiner Mann – was nun?«.
»Schwarzwaldmädel«:
Die Bundesbürger bevorzugen leichte Kost. Film des Jahres wird der Heimatfilm »Schwarzwaldmädel«, der am 7. September Premiere hat.
Länderspiel:
Vor rd. 95 000 Zuschauern im Stuttgarter Neckar-Stadion besiegt die bundesdeutsche Fußballnationalelf am 22. November im ersten Nachkriegsländerspiel die Schweiz mit 1:0.
Stasi gegründet
In Ost-Berlin billigt die Volkskammer
der DDR am 8. Februar einstimmig ein Gesetz über die Bildung eines
Ministeriums für Staatssicherheit. Die neue Behörde wird am 16.
Februar eingerichtet, zwei Tage darauf wird der sächsische
Innenminister Wilhelm Zaisser (SED) zu ihrem Leiter ernannt.
Die Aufgabe der »Stasi« besteht in
der Bekämpfung von Spionage, Sabotage und »jeder staatsfeindlichen
Tätigkeit« im eigenen Land sowie in der Beschaffung von Nachrichten
im Ausland. Wie weit die Kompetenzen des Ministeriums gesteckt sind,
zeigen die Ausführungsbestimmungen für dessen Arbeit, die Ende
Februar verabschiedet werden. Es hat u.a. Kontrollfunktionen
gegenüber allen Parteien einschließlich der SED, den Ministerien,
dem Offizierskorps der Volkspolizei sowie – durch ein System von
Hausobleuten – auch der Bevölkerung. Hinzu kommen
Überwachungsfunktionen in der Wirtschaft, die der Verhinderung von
Spionage und Sabotage, aber auch der Kontrolle von Arbeitsleistungen
dienen sollen.
Mit einer eigenen Sonderverwaltung für
die Untersuchung und Vertretung gegenüber der Staatsanwaltschaft
schaltet sich Zaissers Ministerium für Staatssicherheit bei
Verbrechen und Vergehen ein, bei denen politische Motive vermutet
werden. Nach außen dient die »Stasi« nicht nur der Abwehr
ausländischer Spionage, sondern auch der Entführung oder
anderweitigen Ausschaltung von »antisowjetischen Elementen« in
Westdeutschland.
In der gesamten DDR wächst der Druck
auf die Bürger, von denen sich viele zur Flucht in den Westen
entscheiden. Es entstehen u.a. sog. Aufklärungslokale der
Nationalen
Front mit Propaganda- und Überwachungsfunktionen.